Mobilität

Die angestrebte verstärkte "Siedlungsentwicklung nach Innen" bedingt eine gute und raumspezifische Abstimmung mit dem Verkehrsangebot. Die erhöhte Dichte wird die Wege zwar verkürzen, doch die Zunahme der Bevölkerung und deren erhöhte Mobilitätsansprüche führen auch zu einer Nutzungskonkurrenz um die verfügbaren Verkehrsflächen.

In Zukunft wird sich die Mobilität durch technische und gesellschaftliche Innovationen sowie durch die Art der Nutzung stark verändern. Autonomes Fahren, Car-Sharing oder Car on demand sind Entwicklungen, die unsere Beziehung zu Verkehrsmittel grundsätzlich ändern wird. Aber auch die "digitale Revolution", welche die Anzahl der Erwerbstätigen reduzieren wird, oder vermehrtes Arbeiten von zu Hause aus (Home Office), Fernstudium oder der Online-Handel werden sich stark auf die Nutzung der Verkehrsmittel auswirken. Es sind auf jeden Fall flächeneffiziente und umweltschonende Lösungen anzustreben, welche sich den derzeitigen Herausforderungen stellen ohne dabei den Blick auf die gesellschaftlichen und technischen Entwicklungen der Zukunft zu verlieren. Eine stringente Abstimmung von Siedlung und Verkehr hat deshalb oberste Priorität. 

 

Fuss- und Veloverkehr

Handlungsschwerpunkt Fuss- und Veloverkehr

Umsetzungsreife Massnahmen sind eine Grundanforderungen für eine erfolgreiche Bewertung des Agglomerationsprogramms durch den Bund. Es kristallisiert sich immer deutlicher heraus, dass solche Massnahmen vor allem im Bereich des Fuss- und Veloverkehrs vorhanden sind. Hier ist das Potenzial gross und die Massnahmen sind rasch und kosteneffizient umsetzbar. Der Verein Agglomeration Rheintal setzt hier deshalb einen Schwerpunkt und erarbeitet in Zusammenarbeit mit den Gemeinden wirksame und zeitgerecht umsetzbare Massnahmen.

Korridorstudie Veloverkehr

Ziel der Studie ist es, Korridore zu definieren und zu priorisieren, welche ein hohes Verlagerungspotenzial vom MIV auf das Velo aufweisen. Im 2019 werden darauf aufbauend Routen und Massnahmen für das Agglomerationsprogramm Rheintal entwickelt.

Projekt Velotal Rheintal

Das Projekt «Velotal Rheintal» diente noch vor der Gründung des Vereins Agglomeration Rheintal als Gefäss, um Aspekte des grenzüberschreitenden Radverkehrs zu diskutieren und dazugehörige Koordinationsaufgaben zu übernehmen. Zudem dient es auch der Vernetzung der verschiedenen Akteure.

Motorisierter Individualverkehr (MIV)

Herausforderung Motorisierter Individualverkehr

Es fehlen immer noch leistungsfähige Verbindungen zwischen den Autobahnen beidseits des Rheins Für das nördliche Alpenrheintal bei St. Margrethen ist die S18-Nachfolgelösung zentral. Sie ist tragender Pfeiler eines funktionierenden Verkehrssystems in diesem Raum. Hier liegt die Federführung beim Land Vorarlberg. Spätestens 2020 soll hier der Trassenentscheid zwischen den Varianten CP (Ortsumfahrung Lustenau) und Z (Ried-Querung) fallen.

Mehr Informationen zum Projekt finden Sie hier.

Die umfassenden Studien zu Mobil im Rheintal (MIR) haben gezeigt, dass die Netzergänzungen Z oder CP im nördlichen Rheintal die Verkehrsverhältnisse im mittleren Rheintal nicht merklich verbessern. Deshalb besteht die Absicht, mit einer Netzstrategie für den Raum Diepoldsau, Hohenems, Altach, Mäder, Kriessern (DHAMK) entsprechende zusätzliche Lösungen zu entwickeln. Der Schlussbericht zur Netzstrategie DHAMK ist hier abrufbar. Die Weiterbearbeitung wurde 2018 vom Kanton St. Gallen an den VAR übergeben. Für die Erarbeitung einer tragfähigen Lösung hat der VAR mit den betroffenen Gemeinden erste Workshops durchgeführt. Die Workshops verdeutlichten, dass bis zur Einreichung des Agglomerationsprogrammes im Juni 2021 aufgrund der Komplexität der Aufgabenstellung keine umsetzbaren Massnahmen vorhanden sein werden. Jedoch wird ein Prüfauftrag für den betreffenden Korridor in das Agglomerationsprogramm aufgenommen. Dieser umfasst Untersuchungen von Verkehrswirksamkeiten, Verlagerungswirkungen und zu technischen Machbarkeiten. Mit den beteiligten Gemeinden werden die offenen Punkte weiterbearbeitet mit dem Ziel, umsetzbare Massnahmen im Agglomerationsprogramm 5. Generation einzureichen.

Öffentlicher Verkehr (öV)

Netzplanung und Tarifsituation

Der öffentliche Verkehr auf Schiene und Strasse ist ein wichtiges Element bei der Erarbeitung des Agglomerationsprogrammes. Das sogenannte H-Konzept definiert den öffentlichen strassengebundenen Verkehr der Zukunft. Es sieht im Wesentlichen umsteigefreie Bus-Verbindungen von St. Margrethen nach Götzis und von Altstätten nach Dornbirn über den Knoten Heerbrugg vor. Die Umsetzbarkeit dieses "H-Konzepts" wird in einer Studie geprüft. Das Konzept setzt voraus, dass die künftigen ÖV-Achsen deutlich vom Verkehr entlastet werden. In einem ersten Schritt sind gilt es jedoch, drängende Fragen zu einem grenzüberschreitenden Tarifverbund zu klären, denn die Preise der öV-Tickets auf Vorarlberger und St. Galler Seite klaffen weit auseinander. Diese Tatsache macht den grenzüberschreitenden öV unattraktiv. Eine weitere Studie analysiert diese Situation und zeigt mögliche Ansätze für eine Tarifangleichung auf.Bis im Herbst 2019 liegen die Ergebnisse der Studien vor.